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Digitaler Brief: So funktioniert hybride Geschäftspost seit der Grundversorgung

Geschrieben von ePost | Jul 28, 2026, 6:36:03 AM

Seit dem 1. April 2026 ist der Digitale Brief Teil der postalischen Grundversorgung der Schweizerischen Post. Für Unternehmen heisst das: Sie versenden Ihre Geschäftspost einmal digital – und erreichen trotzdem jede Empfängerin und jeden Empfänger. Wer die Post-App nutzt, erhält den Brief digital. Alle anderen bekommen ihn gedruckt in den Briefkasten. Diese hybride Zustellung ist der Kern des Digitalen Briefs.

Was ist der Digitale Brief – und wo kommt «hybrid» ins Spiel?

Der Digitale Brief ist der Versandkanal der Post für verbindliche Geschäftspost. Sie liefern Ihre Dokumente digital ein, wie bisher an eine Postadresse. Die Post ermittelt für jede Adresse die hinterlegte Zustellpräferenz und stellt entweder in den digitalen oder den physischen Briefkasten zu.

Genau dieser Automatismus ist die hybride Zustellung: ein Versand, zwei mögliche Wege, keine Entscheidung Ihrerseits pro Empfänger. Die physische Zustellung bleibt bestehen. Niemand wird ausgeschlossen, auch wer keine App nutzt.

Praxisbeispiel: Ein Treuhandbüro versendet Lohnabrechnungen direkt aus der Buchhaltungssoftware. Mitarbeitende mit Post-App erhalten sie digital, alle anderen gedruckt – ohne Zusatzaufwand für das Unternehmen.

Seit April 2026: Teil der Grundversorgung

Mit der Teilrevision der Postverordnung gehört der Digitale Brief seit dem 1. April 2026 zur Grundversorgung. Das ist mehr als ein neues Angebot. Es bedeutet strukturelle Verlässlichkeit: das gesetzliche Briefgeheimnis gilt, und der Absender ist verifiziert.

Unternehmen, die über den Kanal versenden, werden von der Post geprüft. Eine Fälschung des Absenders ist damit ausgeschlossen. Ihre Kundschaft erkennt Ihre Post als echt – so verlässlich, wie sie früher den Brief aus dem Briefkasten genommen hat. Warum das gerade jetzt zählt, zeigt sich an überfüllten E-Mail-Postfächern: Wenn wichtige Dokumente im Spam landen.

So versenden Sie mit ePost – in drei Schritten

  1. Digital einliefern. Über ePost SmartSend laden Sie Ihre Post im Webclient hoch. Wer automatisiert aus ERP, CRM oder Fachsystem versenden will, bindet ePost oneAPI an. Wie die technische Anbindung in der Praxis aussieht, lesen Sie hier: Digitaler Brief und ERP.
  2. Zustellung nach Präferenz. Die Post prüft, ob die Empfängerin oder der Empfänger digital erreichbar ist. Wenn ja, kommt der Brief in die Post-App. Wenn nein, wird er gedruckt, kuvertiert und zugestellt.
  3. Ablegen und wiederfinden. Zugestellte Dokumente legen Sie im ePost Archiv GeBüV-konform ab – durchsuchbar und jederzeit auffindbar.

Praxisbeispiel: So spart Heineken Zeit und Geld beim Rechnungsversand.

Die passende Zustelloption pro Sendung

Nicht jede Sendung braucht denselben Nachweis. Der Digitale Brief kennt drei Stufen, gleich aufgebaut wie in der physischen Welt:

Option

Nachweis

Physisches Äquivalent

Passt für

ePost Standard

Zeitstempel und Zustellbestätigung

Normaler Brief

Informationen, Rechnungen

ePost Plus

zusätzlich Abruf-/Nicht-Abruf-Bestätigung nach sieben Tagen

A-Post Plus

Mahnungen, nachweispflichtige Post

ePost Einschreiben

Identifizierung der empfangenden Person, rechtssicher

Einschreiben

Verfügungen, Bussen

Welche Option wann passt, klären wir im Detail hier: Standard, Plus oder Einschreiben: welche digitale Zustellung wann?

 


 

Was der Digitale Brief kostet

Transparent und ohne Einrichtungskosten. Sie zahlen pro Sendung, kein Abo:

  • ePost Standard (digital): CHF 0.40 pro Brief (exkl. MWST)
  • ePost Plus (digital): CHF 0.65 pro Brief (exkl. MWST)
  • Hybrid-Versand (digital oder physisch): durchschnittlich CHF 0.99 pro Brief

Ab 50’000 Briefen pro Jahr gelten individuelle Tarife. Wer nichts versendet, zahlt nichts.

Sicherheit und Recht

Der Digitale Brief erfüllt die Anforderungen an verbindliche Geschäftspost:

  • Briefgeheimnis – gilt auch digital.
  • Verschlüsselung – bei Übertragung und Speicherung.
  • Qualifizierter Zeitstempel nach ZertES – belegt den Annahmezeitpunkt, unveränderbar.
  • Elektronisches Siegel nach ZertES – bestätigt, dass Ihr Brief echt und unverändert ist.
  • Schweizer Rechenzentren – die gesamte Verarbeitung bleibt in der Schweiz, konform mit dem revidierten Datenschutzgesetz (revDSG).

Für den Streitfall stellt ePost einen Validierungs-Webservice bereit, mit dem sich eine Zustellung nachträglich prüfen lässt.

Was Sie davon haben

Der Wechsel rechnet sich schnell. Sie sparen Porto, Papier und Druck, besonders bei regelmässigem Versand. Die digitale Zustellung verursacht bis zu 80 % weniger CO₂ als der physische Weg. Und Sie behalten den Überblick: jede Sendung dokumentiert, mit Status und Zeitstempel. Ihre bestehenden Abläufe bleiben, wie sie sind – Sie versenden weiterhin an eine Postadresse.

Auch eingehende Post digital

Der Digitale Brief deckt den Ausgang ab. Für den Eingang digitalisiert der ePost ScanningService Ihre physische Post automatisch. So organisieren Sie Ein- und Ausgang an einem Ort.

Für Behörden und Gemeinden

Für die öffentliche Verwaltung ist der Digitale Brief besonders relevant: Er ist die erste digitale Zustellmöglichkeit ohne E-Mail-Adresse oder Opt-in. Behörden versenden Verfügungen und Bescheide wie bisher an eine Postadresse, digital und lückenlos nachvollziehbar. Das Briefgeheimnis bleibt gewahrt.

Was Gemeinden seit April 2026 konkret klären müssen, lesen Sie im Leitfaden für Gemeinden. Für die Einführung in der Verwaltung lohnt sich ein persönliches Gespräch: Beratung anfordern.

Häufige Fragen

Muss ich meine Empfänger kennen oder segmentieren? Nein. Sie liefern einmal ein. Die Post ermittelt pro Adresse die Zustellpräferenz und wählt den Weg.

Was passiert, wenn jemand digital nicht erreichbar ist? Dann wird der Brief physisch zugestellt. Niemand wird ausgeschlossen.

Brauche ich neue Software? Nein. Für den Einstieg genügt der Webclient von ePost SmartSend. Für automatisierten Versand binden Sie ePost oneAPI an Ihr System an.

Ist der Digitale Brief rechtssicher? Ja. Zeitstempel und Siegel nach ZertES, gesetzliches Briefgeheimnis und Verarbeitung in der Schweiz. Den Nachweis prüfen Sie über den Validierungs-Webservice.

Für welche Dokumente lohnt er sich? Für Rechnungen, Verträge, Lohnabrechnungen, Mahnungen und rechtlich relevante Mitteilungen. Für informelle Updates ohne Verbindlichkeit braucht es keinen verifizierten Kanal.

Fazit

Der Digitale Brief ist die Geschäftspost, wie sie heute funktioniert: einmal digital einliefern, jede Person erreichen, jede Sendung nachweisen. Seit April 2026 ist er Teil der Grundversorgung – und der Einstieg ist einfach.


Gut zu wissen – weiterlesen

Umfassende Informationen zum Digitalen Brief finden Sie hier.